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NaronaEdit

Narona war eine griechische Besiedlung und wurde zum ersten Mal im vierten Jahrhundert von Theopompus, Historiker von Alexander dem Grossen,und Pseudo Skilak erwähnt. Sie führen an, daß der Fluß Neretva bis Narona schiffbar sei, in der sich das Emporium (Handelszentrum) befand, wo importierte griechische Ware verkauft wurde.

Die Reste der antiken Stadt Narona befinden sich im Dorf Vid, etwa 4 km westlich von Metkovic. Die Stadt lag auf einem Berghang 58 m über dem Meeresspiegel, war nach dem illyrisch-griechischen urbanistischen Konzept fächerförmig gebaut und breitete sich in Richtung Osten aus. Die Stadt blieb von der östlichen Seite unbefestigt, da die Neretva einen natürlichen Schutz bot. Spuren der ersten Stadtmauern sind die runden Türme auf der Bergspitze, die aus dem 4.-3. Jh.v. Christi stammen. Mitte des 1. Jh.v. Christi werden die Stadtmauern bis zur Straße Salona-Bigestae-Narona errichtet, die noch heute zu sehen sind.

Die Römer benutzten die Stadt als Basis für Angriffe auf Rebellenstaaten und auf die Seeräubernester, die sich auf den zahlreichen Inseln befanden. Narona wurde zudem oft von den römischen Heerführern als Basis für ihre Züge gegen die Delmaten benutzt. Als die Römer den Wiederstand bekämpft hatten, wurde Narona das gerichtliche und geschäftliche Zentrum der Region. Dieser Status dauerte bis das sechste Jahrhundert, wo die Bedeutung der Stadt schwand, bis sie am Anfang des siebten Jahrhunderts völlig verlassen wurde.


Chronologie 1. Erste Erwähnung

Die früheste Erwähnung Naronas stammt aus dem 4. Jh. v. Chr. vom griechischen Historiker Pseudo Skilak. Er schrieb, dass die Neretva bis zum Emporium (Anlegeplatz) schiffbar ist, was offensichtlich in Narona war. Theopomp, über den der Geograf Strabon schreibt, berichtet, dass griechische Händler in Narona keramische Produkte verkauft haben.

2. Namensherkunft

Der Sprachwissenschaftler A. Mayer leitet den geografischen Namen Narona vom Wort Náron ab, von der Wurzel ner-/*nar-, in der Bedeutung: tauchen; daher auch das kroatische "noriti" (roniti - tauchen), wie in po-nor-nica (Unterseeboot).

3. Das illyrische Narona

Es ist schwer zu sagen, welche Stämme in vorgeschichtlicher Zeit das Neretvatal bewohnten. Wahrscheinlich waren es anfangs die Daorsen, die später von den Ardiäern verdrängt wurden, und dann die Delmaten. Die illyrische Burg oder die Siedlung außerhalb der Stadtmauern lag auf dem Gipfel des Hügels über Vid. Starke Festungsanlagen über Vid bestanden auf der Marusic-Gradina (375 m) und auf Velika Mitrusa (460 m).

4. Das griechische Narona

Die Griechen hinterließen nicht viele Spuren in Narona. Aus dem 4. Jh. v. Chr. stammen zwei Rundtürme in den Mauern. Es gibt keine Inschriften in griechischer Sprache, außer den drei Grabstelen im hellenistischen Stil.

5. Die Ankunft der Römer im Neretvagebiet

Nach den illyrisch-römischen Kriegen richten sich die Römer in Narona ein. In Narona oder in seiner Nähe gab es ein römisches Heerlager (Castrum) als Legionsbasis für die Kriege gegen die Delmaten. Die Stadtmauern werden erweitert.

6. Verwaltungsorganisation

Zu Beginn der römischen Herrschaft war Narona Conventus civium Romanorum (Gemeinschaft römischer Bürger), und Munizipium (Gemeinde mit unvollständigem römischem Bürgerrecht). Narona wurde möglicherweise zur Zeit Cesars im I. Jh. v. Chr. römische Kolonie (Colonia Iulia Narona), d.h. mit vollständigem römischem Bürgerrecht. Es wurde von einem Quattuorviri (Viererrat), dann von einem Duoviri (Zweierrat), gewählt aus den Reihen des Stadtrates (Ordo decurionum), verwaltet. Im Stadtzentrum wird das Forum mit öffentlichen Gebäuden (Tempel, Kurie usw.) errichtet, während sich das Amphitheater wahrscheinlich außerhalb der Stadt befand.

7. Der Naronitanische Konvent

Narona war in der Provinz Dalmatien CONVENTUS NARONITANUS - Naronitanischer Konvent: das Gerichts- und Verwaltungszentrum einer Region. Der Konvent erstreckte sich über das Gebiet vieler illyrischer Stämme bis zur Adriaküste, im Westen bis nach Cetina und im Inneren Bosniens bis östlich vom Fluss Vrbas, bis zur Bosna-Mündung, und im Osten über die Drina, einschließlich Montenegro und über einen guten Teil des Küstenlandes von Albanien hinaus.

8. Der naronische Ager

Der naronische Ager (Land im Besitz der Stadt Narona) grenzte an der Küste an den Ager von Salona in der Nähe von Makarska und im Inneren an den Ager von Novae (Runovici) bei Imotski, das heutige Ljubuski und Capljina umfasst, wo er an den Ager von Diluntum (Stolac) grenzte, und im Süden umfasste er Ston und die Halbinsel Peljesac bis zur Grenze des Agers von Epidauros. Die Kolonie Narona teilte oft in ihrem Ager den aus dem Militärdienst entlassenen Veteranen Land zu.

9. Topografie und Architektur Naronas im 1.-3. Jh.

Narona erstreckte sich wahrscheinlich auf etwa 25 Hektar, d.h., über einen guten Teil des heutigen Sumpfgebietes. Es gab ausgebaute Verkehrswege nach Salona und Epidauros. Die Gebäude waren aus behauenem Stein und Ziegelsteinen errichtet. Dachziegel wurden aus Italien eingeführt (Pansiana, Ambrosiana u.a.).

10. Epigraphische Denkmäler

In Narona wurden mehr als dreihundert römische Denkmäler gefunden: feierliche, öffentliche, private Denkmäler und Grabmäler. Auf ihnen werden viele Mitglieder der Stadtverwaltung, hohe Heerführer wie der Stadthalter der Provinz Dalmatien, P. Cornelius Dolabella, erwähnt. Außer den in der archäologischen Sammlung in Vid befindlichen, wurden etwa vierzig solcher Denkmäler in den Eres-Turm in Vid eingebaut, während sich die anderen im Archäologischen Museum in Split und anderswo befinden.

11. Numismatische Funde

In Narona wurden verschiedene Münzen gefunden: die Drachmen Draha und Apolonia, römisches, republikanisches Geld, Gold-, Silber- und Kupfermünzen fast aller Kaiser. Bedeutend und wertvoll ist der Goldschmuckfund, der so genannte Goldschatz Urbica (auf einem Ring aus dem Nachlass wird Urbica erwähnt), aus dem Zeitraum zwischen dem 5. und 6. Jh.

12. Heidnische Kulte

In Narona verbreiteten sich auch viele heidnische Kulte. Verehrt wurden: Jupiter, Äskulap, Merkur, Mars, Fortuna, Diana, Ceres, Neptun, Mitra, Libera, aber auch orientalische Gottheiten, wie die Göttin Isis, deren Alabasterbüste sich in der Archäologischen Sammlung in Vid befindet.

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